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Klein Dammerow

Dorfstraße in Klein Dammerow

Klein Dammerow, Ortsteil der Gemeinde Ganzlin

 

Der Ort Dammerow wurde im 12. Jahrhundert als slawische Siedlung gegründet. Der Name Dammerow geht auf das wendische Wort „debrova“ zurück und bedeutet Eichenwald.

 

Die Besiedlung war von bescheidener Größe und die Ackerflächen mussten erst dem Wald, wie damals üblich, durch Brandrodung abgerungen werden. Nach den historischen Quellen ging der Ort in das Amt Ture ein. Diese Tatsache verdankt es dem reichen und mächtigen Kloster Stepenitz. Die edlen Herren von Werle verkauften dem Kloster im Jahre 1274 (Verkaufsurkunde April 1274) die in ihrer Herrschaft gelegenen Besitzungen, zu denen unter anderem das Dorf Dammerow zählte. Nach dem 30-jährigen Krieg (1618 bis 1648) war der Ort verwüstet und wurde später zu einem Landgut. Das 18. Jahrhundert war überwiegend durch die Übermacht des preußischen Nachbarstaates geprägt. Laut Schmettauscher Karte wurde Dammerow 1786 nur Damerow, mit einem „m“ geschrieben. Mit einer Fläche von 528,4 ha war Dammerow Pachthof. Laut Flurkarte von 1899 lag Hof Dammerow rechtsseitig der Dorfstraße und linksseitig Dammerow. Letzter Pächter war Tonius Speckmann (1929 - 1945). Nach dem 2. Weltkrieg besiedelten Umsiedler aus den bessarabischen Siedlungen Wittenberg, Hoffnungstal und Beresina das Dorf Dammerow. Auf der Grundlage der Bodenreform vom 5. September 1945 wurde das Landgut aufgeteilt. Am 22. August 1948 wurde auf Beschluss des Rates des Kreises Parchim Dammerow bei Vietlübbe zu Klein Dammerow. 1950 wurde Klein Dammerow zur Gemeinde Retzow eingemeindet. Letzter Bürgermeister war Emanuel Möller (1945-1950). 2004 wurde Klein Dammerow Ortsteil der neugegründeten Gemeinde Buchberg. Seit der Gemeindefusion zwischen Ganzlin, Buchberg und Wendisch Priborn im Jahr 2014 gehört Klein Dammerow zur Gemeinde Ganzlin.

 

Zeitzeugen der Geschichte in Klein Dammerow sind immer noch die alten Eichen und Kastanien, die die Dorfstraße säumen, sowie das alte Gutshaus, welches nach der Wende innerhalb eines FAL-Projektes denkmalschutzgerecht restauriert und als Beherbergungs- und Bildungsstätte hergerichtet.