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Retzow

Am Dorfplatz in Retzow.

Retzow, Ortsteil der Gemeinde Ganzlin

 

Retzow, das Dorf am Gehlsbach, liegt südlich von Plau am See und grenzt an das Land Brandenburg. Den Namen Retzow führen die Sprachforscher auf das slawische Wort „reka“, das Fluss oder Bach bedeutet, zurück. Die Entstehung des Ortes geht auf das Jahr 1448 zurück. In einem Schlossregister aus Plau wird Retzow als Ort in der Ture erwähnt. Urkundlich wurde Retzow jedoch erstmals im Jahre 1514 in den Unterlagen des Klosters Stepenitz erwähnt. Retzow ist ein typisches Rundlingsdorf, Wohnhäuser und Ställe stehen rund um den Dorfplatz, in der Mitte steht die Kirche aus dem 18. Jahrhundert. Viele Besitzerwechsel fanden über Jahrhunderte statt.

Wann die Kirche erbaut wurde, konnte leider nicht ermittelt werden. Mündliche Überlieferungen berichten, dass im Jahre 1541 aus der nicht mehr genutzten Kirche in Gorgelin (ein ehemaliger Ort zwischen Retzow und Gnevsdorf) Glasscheiben in die Retzower Kirche überführt wurden. Die Kirche ist ein vierseitiger Fachwerkbau mit einem Glockenturm und einer flachen Balkendecke im Innern. Der Altar ist ein Kunstwerk des ausgehenden 16. Jahrhundert. Die Kanzel stammt ebenfalls aus diesem Jahrhundert. Die Glasscheiben der Fenster der Nordseite wurden um 1665 erneuert. Die Stifter mit Wappen wurden in die Fenster eingebaut. Die Glocken wurden laut Innenschrift 1691, 1748 und 1864 gegossen.

Zahlen aus dem Jahre 1880 belegen: in Retzow gab es eine Kirche, eine Schule, einen Holzwärter, 5 Erbpächter, 3 Drittel Hüfner, 6 Büdner, 4 Häusler, eine Schmiede, einen Krug und eine Mühle. Retzow zählte 143 Einwohner.

Anfang der 50-er Jahre des vorigen Jahrhunderts ließ die Sowjetarmee einen Truppenübungsplatz anlegen. 1992 räumte die Rote Armee den Platz, eine jahrzehntelange Lärmbelästigung fand ihr Ende. In den Folgejahren konnten große Teile des Geländes von Munition und Unrat geräumt werden. Entstanden ist das Naturschutzgebiet "Marienfließ". Retzow ist das Eingangstor. Von hier aus erschließen sich einmalige Heidelandschaften, Lehrpfade, Reit- und Wanderwege. Wer Natur erleben will und die Ruhe liebt, hat in diesem Areal sein Ziel gefunden.

Im Dorf wurde die Küsterruine wieder neu errichtet. Heute werden dort hochwertige Filzprodukte hergestellt und in alle Welt geliefert. In Klein Dammerow wurde das ehemalige Gutshaus durch den FAL e.V. als Beherbergungs- und Bildungsstätte denkmalschutzgerecht wiederhergestellt.