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Abkehr vom Heizöl

Ganzlin, den 04.10.2018

Gebäude der Gemeinde Ganzlin sollen auf Gasheizung umgestellt werden 

Er steigt und steigt und steigt – wieder einmal. Nach einem kurzen Dämpfer geht es für den Ölpreis zur Zeit nur in eine Richtung: nach oben. Im Schnitt waren laut Statistischem Bundesamt in diesem Jahr bisher etwa 55 Euro für 100 Liter Heizöl zu zahlen. Ähnlich war dies 2010. Danach stieg der Preis auf mehr als 75 Euro je 100 Liter. Der Ankauf von Heizöl gehört für viele Deutsche zum jährlichen Ritual. Doch die Preise sind nicht planbar und sind die Tanks leer, müssen diese nun einmal gefüllt werden. Gerade für Städte und Gemeinden, die für mehrere Gebäude Heizöl kaufen müssen, können die Abweichungen zwischen eingeplanten und tatsächlichen Kosten immens sein. Grund genug für die Gemeinde Ganzlin, auf eine Gasheizung umzusteigen.

Über sechs Standorte möchte die Gemeindevertretung am heutigen Donnerstag abstimmen: Gemeindebüro, Feuerwehr und vier Wohnblöcke in der Röbeler Straße. „Aufgrund der Kostenverteilung und der Reduzierung der Öleinkäufe erfolgt die Umrüstung fast kostenneutral“, heißt es im Fazit der Kostenschätzung, die der Beschlussvorlage anliegt.

Dennoch sollen für die Inbetriebnahme der neuen Anlage mehr als 25 000 Euro investiert werden. Neue Brenner und Hausanschlusskasten fallen als Sachleistungen zu Buche. Und installiert werden müssten die sechs Anlagen auch noch. Eine Refinanzierung erfolge durch den so nicht anfallenden Öleinkauf für den kommenden Winter. Zuletzt seien die Tanks 2018 gefüllt worden. „Der aktuelle Bestand hält noch einige Monate“, sagt Bürgermeister Jens Tiemer.

Doch nicht nur die bessere Planbarkeit durch monatlich feste Abschläge seien für die Gemeinde ein Gewinn. Der komplette Ablauf, von der Angebotseinholung bis zur Begleitung des Tankvorgangs, kann durch die Umstellung aus Gas eingespart werden. Hinzu komme, dass Öltanks regelmäßig kontrolliert werden müssten. „Für einen Gemeindearbeiter sind das zusammen locker zwei Arbeitstage“, sagt Tiemer.

In einem der folgenden Jahre müssten dann noch die nicht mehr benötigten Öltanks entsorgt werden. Kosten in Höhe von etwa 18 000 Euro, die 2018 definitiv nicht mehr anfallen sollen.

Modernisiert werden soll allerdings nicht nur die Heizungsanlage, sondern auch das Gemeindehaus. Mehr als 160 000 Euro sollen unter anderem in die Sanierung der Dachkonstruktion, Fenster, Türen und des Schornsteins investiert werden. „Wir hoffen auf eine 65-prozentige Bruttoförderung“, sagt Jens Tiemer. Knapp 60 000 Euro müssten für die Sanierung aus Gemeindemitteln finanziert werden.

Vorher müssen die Gemeindevertreter den Anträgen über die Themen Umstellung der Heizung und Sanierung des Gemeindehauses aber zustimmen. Beide Anträge stehen heute Abend um 19 Uhr auf der Tagesordnung der Vertretung im Gemeindezentrum Ganzlin.

 

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Abkehr vom Heizöl